Von November bis Weihnachten haben die Pommern viel zu tun: Sie müssen schlachten.

Die Rassen der Pommerngänse und Pommernenten verleihen der Tatsache Ausdruck, dass die Geflügelhaltung in Vorpommern traditionell eine große Rolle spielt. Ich glaube, es gibt hier kein Dorf ohne Hühner und Enten. Wir lieben sie einfach!

Aber: Tiere machen auch viel Arbeit, kosten Zeit und Geld. Einfach so aus Spaß nimmt das kaum einer auf sich und so kommt es eben an einen gewissen Tag dazu, dass geschlachtet wird.

Das ist ebenfalls viel Arbeit, kann ich euch sagen: Wasser im Garten zum sieden bringen, Enten fangen, betäuben, töten, wässern und rupfen, teils bei eisigen Temperaturen.

Eine Entenfeder auf der Weide vor den Pommerngänsen. In MV haben wir unsere eigenen Geflügelrassen. Foto: A. Hanell

Dieses Handwerk läuft in manch einer Familie fast wie am Fließband. Ohne große Worte gehen die Arbeiten Hand in Hand und jedes Glied der Kette weiß, was es zu tun hat.

Nach dem Prozedere baumeln die gerupften und ausgenommenen Enten und Gänse am Haken in der kalten Luft um auszukühlen, bevor sie in der Gefriertruhe landen. Kommt ein Nachbar vorbei, hat er in der Regel ein paar anerkennende Worte, denn immerhin kann auf dem Weg zur bratfertigen Gans so einiges passieren. Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass ein Küken je dieses Stadium erreicht. Füchse, Marder, Krankheiten, Verletzungen oder unbekannte Naturphänomene – die Gründe für ein vorzeitiges Ende sind vielfältig.

Meiner Erfahrung nach fällt das kurze Gespräch irgendwann auf die Frage der korrekten Wassertemperatur. Die einen schwören auf 60 bis 65C°. Andere halten 72C° für die Temperatur, bei dem sich Gefieder am besten lösen lässt.

Neben der Temperaturfrage gibt es noch mindestens zwei weitere absolute Liebhaberfragen: 1. die Farbe des Gefieders. Wo manche weiß befiederte Enten bevorzugen, weil kleinste Daunen, die von Hand nur schwer zu entfernen sind, nicht so sichtbar sind, schwören andere auf schwarze Pommern- oder Warzenenten. 2. Von Hand gerupft vs. Waxing via Maschine. Wer sehr viele Enten schlachtet, lässt sich natürlich gerne von der Technik helfen aber die Alten im Dorf schwören auf das Rupfen von Hand. „Sooo knusprig wieder eine gewachste Ente nicht!“

Dürfen Kinder beim Schlachten zusehen? Eine Frage des Erziehungsstils.

Wer wissen will, ob er es mit der Landbevölkerung in dieser toughen Angelegenheit aufnehmen kann, hat zweimal im Jahr die Chance, einer Hausschlachtung eines Schweines bewohnen zu können. Danach wird das Fleisch verwirkt und weiterverarbeitet.

Jedes Jahr findet im November und Februar im Thünengut in Tellow ein Schlachtetag statt. Es ist auch eine gute Gelegenheit, um aus erster Hand mal an frisches Schweinefleisch zu kommen.

Besucher können erleben, wie es bei einer Hausschlachtung zu Großmutters Zeiten vor sich ging. Gezeigt wird die schrittweise Verarbeitung des Schlachtviehs, angefangen von der Schlachtung über die Zerlegung bis hin zum fertigen Produkt. Und natürlich darf auch gekostet werden.

Wem das zu unpersönlich ist, der schreibe mir bitte eine Kontakt. Irgendjemand kann beim Schlachten nämlich immer eine helfende Hand gebrauchen! info (at) wildblond.de

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