Vorpommern ist ja schon besonders: Hier leben im Verhältnis die meisten Arbeitslose, die meisten Analphabeten und auch die meisten Alkoholiker und dafür haben wir hier auch am wenigsten Industrie. Und was hat das mit der Milchstraße zu tun, fragst du dich jetzt? Ganz einfach! Vorpommern ist die am dünnsten besiedelte Region Deutschlands, mit all den Nachteilen, die der „ländliche Raum“, der politisch ja plötzlich in aller Munde ist, so mit sich bringt.

Aber meine selbstgesetzte Aufgabe in diesem Blog ist es ja, euch hier zu zeigen, was so besonders schön und so besonders bemerkenswert an Vorpommern ist und eine Antwort darauf ist: Hier können wir die Milchstraße mit bloßem Auge sehen und zwar nicht nur auf Usedom oder Rügen, wo man aufgrund der Nähe zum Meer immer etwas bessere Karten hat. Das Hinterland ist genauso reich an den glitzernden Funkelsternchen, wie die Küsten.

"We all travel the milkyway together, trees and men..."

John Muir (1838-1914)

 

 

 

 

Denn in Abwesenheit all der vielen Lichtverschmutzung im dichtbesiedelten Deutschland, in Abwesenheit von Großstädten und Industrie, sind die Nächte besonders dunkel und umso besser sehen wir den Sternenhimmel. Wer wissen will, wie hell oder dunkel die Nächte an einem bestimmten Ort sind, kann dafür eine Lichtverschmutzungskarte nutzen, wie beispielsweise die Lightpollution Map.  Ich habe da mal einen Screenshot gemacht. Er zeigt, dass Städte besonders hell, ländliche Räume, wie Vorpommern aber auch beispielsweise der Schwarzwald besonders dunkel sind. Die Karte der Lichtverschmutzung ist ein regelrechter Anzeiger für Infrastruktur.

Die Karte zeigt, wie hell oder dunkel es an verschiedenen Orten ist.
Sofort zu erkennen: In Städten ist es Nachts sehr viel heller als auf dem Land. In Vorpommern ist es deswegen ziemlich dunkel. Gut für Milchstraßen-Jäger.

Wie man sieht – wir in Vorpommern leben im absoluten Hinterland. Dafür haben wir hier eben Biber, Fischotter und Wölfe – und die Milchstraße. Die Milchstraße sieht wie ein Nebelstreifen am Nachthimmel aus und ist genaugenommen das Zentrum unserer Galaxie. Auf der Nordhalbkugel sieht man sie von März bis Oktober, denn in den anderen Monaten ist aus unserer Perspektive so nah an der Sonne, dass sie überstrahlt wird.

Wann die Milchstraße am besten zu sehen ist

Von März bis Mai ist die Milchstraße erst in der zweiten Nachthälfte, zum Sonnenaufgang hin sichtbar. Im September und Oktober hingegen für ein paar Stunden direkt nach der Dämmerung. Im Juni und August, wenn die meisten Urlauber auf Usedom, Rügen, an der Mecklenburgischen Seenplatte, am Stettiner Haff oder sonst wo in Vorpommern Urlaub machen, sieht man die Milchstraße die ganze liebe Nacht lang – natürlich aber nur, wenn nicht gerade Vollmond ist! Auch der Vollmond überstrahlt die Milchstraße und viele klitzekleine Glitzer-Sterne.

Der dunkelste Strandabschnitt, den ich auf Usedom entdecken konnte, ist übrigens direkt am Natur-Campingplatz „am Strand“ in Ueckeritz. Ich finde, dass ein wunderschöner Sternenhimmel mit Ausblick auf die Milchstraße wirklich gut zum Zelten passt. Also auf nach Vorpommern!

Freut euch auf den nächsten Urlaub auf Usedom, Rügen, an der Mecklenburgischen Seenplatte oder in Vorpommern und verratet mir doch mal per Mail oder Kommentar oder auf meiner Facebook-Seite, wie viele Sterne ihr zählen konntet und ob die Milchstraße euren Erwartungen entspricht…

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