Auf meiner Facebook-Seite weht gerade ein Shitstorm. Grund dafür ist ein Bild von mir mit einem erlegten Waschbären, das von einer Jagdhasserin in ihren Communities geteilt wurde. 48 Stunden voller Hatespeech später hatte sich meine Community verzehnfacht. Hier möchte ich erklären, warum ich diesen Weg gewählt habe.

Ein Shitstorm ist für viele Menschen nur schwer auszuhalten. Auch ich finde es nicht schön aber Freiheit ist für mich nicht nur irgendein Wort, sondern ich will sie auch leben. Oder wie Christian Lindner gerne sagt: Man muss für Freiheit auch kämpfen. Deswegen ist es keine Option den Kopf in den Sand zu stecken.

Doch wie macht man aus fiesen Worten, die einem stürmisch entgegen blasen (und das ist sehr, sehr untertrieben für das, was mir und meinem Kind an den Hals gewünscht wird) etwas Positives?

Ich fand den Gedanken charmant, den „negativen“ Traffic, den die Jagdhasser mir mit über 1300 Kommentaren geschenkt haben, in etwas Positives zu verwandeln. Jeder Kommentar kostet Zeit. Jeder Like kostet eine Interaktion. Jede Bewertung kostet Hirnschmalz. Und nach einer alten Marketing-Weisheit gibt es ja angeblich keine schlechte Werbung…

Würde man für einen Kommentar 90 Sekunden Zeit brauchen, dann haben Trolle und Unterstützer für 1300 Kommentare 1950 Minuten gebraucht. Das macht Wiederum 32,5 Stunden, die ich in weniger als zwei Tagen geschenkt bekommen habe. Die ganze Zeit kann man nämlich als ein Investment in meine Facebook-Seite sehen, denn der Facebook-Algorythmus belohnt Interaktionen mit mehr Sichtbarkeit und Traffic.

Als Journalistin und Medienmensch freue ich mich natürlich über hohe Reichweiten.

Manche unterstellen mir jetzt, ich sei nur reichweitengeil… In gewisser Weise ist das nicht abzustreiten. Ich glaube, dass jeder Journalist gerne Leser hat und je mehr es sind, desto besser. Aber so ein Shitstorm ist auch nicht unbedingt leicht zu ertragen.

Auch mein Arbeitgeber wird mit Mails von Jagdhassern geflutet. Das ist für niemanden angenehm. Deswegen muss man sich dann auch einmal mehr bewusst machen, dass die Jagdhasser und Tierrechtsaktivisten, mit denen wir es bei Facebook zu tun haben, keine Menschen sind, mit denen man irgendwie diskutieren könnte. Sie erfreuen sich daran, wenn sie „ihren Kampf“ gewinnen und Seiten abgeschaltet werden. Für ihre Ideologie versetzen sie Menschen in Angst, bedrohen Existenzen und üben Druck aus.

Ich kann jeden verstehen, der offline geht. Aber ich will „love not war“ – und so viel love habe ich noch nie zuvor bekommen: 1000 Follower aus Jagd und Landwirtschaft, die ein Zeichen gegen diese Trolle setzen.

Ein fettes Danke geht an Euch alle raus!

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